Warum scheitert Risikomanagement trotz DORA, NIS2 und etablierter Governance-Funktionen?
Diese Frage begleitet nahezu jedes unserer Projekte. Die Ursache liegt selten in einzelnen Disziplinen. Sie liegt fast immer in ihrem fehlenden Zusammenspiel. Genau daraus entstehen die strukturellen Fehler, die wir branchenübergreifend immer wieder beobachten.
Die vergangenen Beiträge dieser Blogserie haben gezeigt, warum moderne Krisen durch Komplexität und Parallelität geprägt sind und weshalb Managemententscheidungen ein belastbares Risikobild benötigen. Damit sind die wesentlichen Bausteine eines modernen Risikomanagements beschrieben.
In der Praxis entscheidet jedoch nicht die Qualität einzelner Governance-Funktionen über den Erfolg. Entscheidend ist ihr Zusammenwirken in einem gemeinsamen Steuerungsmodell. Genau an dieser Stelle beobachten wir regelmäßig dieselben strukturellen Schwächen.
Die folgenden fünf Fehler treten selten isoliert auf. Sie bauen häufig aufeinander auf und verhindern, dass aus vorhandenen Informationen ein wirksames Gesamt-Risikomanagement entsteht.
Fehler 1 – Risikomanagement wird als Projekt statt als Führungsaufgabe verstanden
Fehler 2 – Das Gesamt-Risikomanagement basiert auf unvollständigen Datengrundlagen
Fehler 3 – Governance-Funktionen steuern Risiken isoliert
Fehler 4 – Management steuert in Silos statt integriert
Fehler 5 – Maßnahmen werden nicht als Gesamtsteuerung verstanden
Modernes Risikomanagement entsteht durch integrierte Steuerung
Moderne Krisen entstehen durch Komplexität und Parallelität. Deshalb reicht die isolierte Weiterentwicklung einzelner Governance-Funktionen heute nicht mehr aus. Entscheidend ist, Informationen organisationsweit zusammenzuführen und daraus ein gemeinsames Risikobild für Managemententscheidungen abzuleiten.
Modernes Risikomanagement entsteht nicht durch weitere Governance-Funktionen. Es entsteht, wenn vorhandene Informationen zu einer gemeinsamen Managemententscheidung führen. Genau daran entscheidet sich in der Praxis die operationelle Resilienz eines Unternehmens.
Wo steht Ihr Risikomanagement heute?
Verfügt Ihr Unternehmen bereits über ein Risikomanagement, das Informationen aus den verschiedenen Governance-Funktionen zu einem gemeinsamen Risikobild zusammenführt? Oder werden Risiken, Abhängigkeiten und Maßnahmen noch überwiegend getrennt bewertet?
Eine strukturierte Reifegradanalyse macht sichtbar, ob bestehende Governance-Funktionen bereits wirksam zusammenarbeiten oder ob strukturelle Lücken eine integrierte Risikosteuerung verhindern. Erst auf dieser Grundlage lassen sich konkrete Weiterentwicklungsschritte ableiten.
Ihr Ansprechpartner
Jörn Stenvers
Partner
Risiken und Compliance
joern.stenvers@wg-data.de