29.10.2026

Berechtigungsmanagement: Funktionstrennung und SoD wirksam umsetzen

Berechtigungsmanagement: Funktionstrennung und SoD wirksam umsetzen | WG-DATA

Ein belastbares Rollenmodell schafft Klarheit darüber, welche Aufgaben zu einer Funktion gehören und welche Berechtigungen dafür erforderlich sind. Es beantwortet jedoch noch nicht die Frage, welche Aufgaben und Verantwortlichkeiten bei einer Person zusammenkommen dürfen.

Hier setzt die Funktionstrennung (Segregation of Duties, kurz SoD) an. Sie trennt unvereinbare Tätigkeiten organisatorisch und technisch. Typische Beispiele finden sich in der MaRisk bei der Trennung von Markt und Marktfolge sowie von Handel und Abwicklung.

Das Wichtigste in Kürze
  • Funktionstrennung beginnt bei Aufgaben und Verantwortlichkeiten, nicht bei der Konfliktdatenbank.
  • SoD-Kategorien und eine angepasste SoD-Matrix machen Konflikte fachlich bewertbar.
  • Konflikte sollen möglichst gelöst statt dauerhaft verwaltet werden.
  • SoD ist eine dauerhafte Steuerungsaufgabe im Berechtigungsmanagement.

Funktionstrennung beginnt bei Aufgaben und Verantwortlichkeiten

Wirksame Funktionstrennung beginnt bei den Prozessen, nicht bei der Konfliktdatenbank. Im Kreditprozess initiiert und begleitet beispielsweise eine Funktion ein Geschäft, während eine andere die unabhängige Bewertung oder Kontrolle übernimmt. Diese Trennung muss sich auch im Rollenmodell und in den Berechtigungen widerspiegeln.

Ein genauer Blick auf die vorhandenen Berechtigungsstrukturen ist deshalb entscheidend. Im ersten Schritt lohnt sich insbesondere die Prüfung folgender Punkte:

  • Passen die Berechtigungsprofile noch zu den tatsächlichen Aufgaben?
  • Bestehen historisch gewachsene Sonderrechte, deren Anlass entfallen ist?
  • Sind Vertretungen nur für den erforderlichen Zeitraum eingerichtet?

SoD erzeugt dabei keine neuen Schwachstellen. Die Prüfung macht bestehende Strukturen sichtbar und schafft damit eine Grundlage für die weitere Bereinigung. Diese Erfahrung begegnet uns regelmäßig in Projekten.

Funktionstrennung mit SoD-Kategorien abbilden

SoD-Kategorien verbinden fachliche Aufgaben mit der technischen Konfliktprüfung. Im Fokus steht nicht das einzelne Recht, sondern die fachliche Verantwortung. Treffen bei einer Person Kategorien zusammen, die laut SoD-Matrix unvereinbar sind, entsteht ein Konflikt.

Die Fachbereiche sollten deshalb früh eingebunden werden. Dort liegt das Wissen über Aufgaben, Prozesse und Verantwortlichkeiten. Die technische Abbildung folgt dieser fachlichen Grundlage.

Funktionstrennung braucht eine passende SoD-Matrix

Die SoD-Matrix definiert, welche Kategorien miteinander vereinbar sind und welche getrennt werden müssen. Sie bildet damit das Regelwerk für die Konflikterkennung.

Eine Standardmatrix bietet eine gute Grundlage, sollte jedoch an die tatsächliche Organisation angepasst werden. Im Handel kann beispielsweise eine Differenzierung zwischen Eigen- und Kundengeschäft sinnvoll sein, um Konflikte präziser bewerten zu können.

Unser Grundsatz: So viel Standard wie möglich, so viel Individualisierung wie fachlich nötig. Anpassungen sollten fachlich begründet und nachvollziehbar dokumentiert werden und nicht mit dem Ziel erfolgen, Konflikte aus der Auswertung zu entfernen.

Konflikte lösen statt verwalten

Ein SoD-Konflikt ist nicht automatisch ein Regelverstoß. Er zeigt zunächst, dass potenziell unvereinbare Verantwortlichkeiten zusammenkommen. Entscheidend ist, wie der Konflikt fachlich bewertet und behandelt wird.

Für die Bearbeitung hat sich eine klare Reihenfolge bewährt:

  1. Datenqualität und Kategorisierung prüfen
  2. Ursache des Konflikts nachvollziehen
  3. Organisatorische oder berechtigungsseitige Auflösung prüfen
  4. Erst danach das verbleibende Risiko bewerten und notwendige Kontrollen festlegen

Der Grundsatz bleibt: Konflikte möglichst lösen, statt sie dauerhaft zu verwalten.

Funktionstrennung präventiv verankern

Im Sparkassenumfeld entsteht besonderer Nutzen, wenn Konflikte bereits vor einer Berechtigungsänderung erkannt werden. Innerhalb der vorgesehenen ABS-Prozesse kann die SoD-Konfliktprüfung in OSPlus prüfen, ob ein Konflikt mit der institutsindividuellen SoD-Matrix entstehen würde.

Voraussetzung sind belastbare Grundlagen:

  • Rollenmodell
  • Berechtigungsprofile
  • SoD-Kategorien
  • SoD-Matrix
  • Technische Prüfung

Funktionstrennung als dauerhafte Steuerungsaufgabe

SoD endet nicht mit der Einführung einer Matrix. Rollen, Prozesse und Berechtigungen verändern sich, deshalb muss Funktionstrennung dauerhaft im Berechtigungsmanagement verankert werden.

Die WG-DATA unterstützt dabei abhängig von der Ausgangssituation. Klappen Sie die einzelnen Bausteine auf:

Readiness-Analyse

Ausgangspunkt der Unterstützung ist die Readiness-Analyse. Sie klärt, wo Ihr Haus bei der Funktionstrennung heute steht.

Rollenmodelle und Berechtigungsprofile

Rollenmodelle und Berechtigungsprofile schaffen die belastbare Grundlage, auf der SoD-Kategorien und Matrix aufbauen.

SoD-Matrix

Die SoD-Matrix wird an die tatsächliche Organisation angepasst. Anpassungen sind fachlich begründet und nachvollziehbar dokumentiert.

Konfliktsimulationen und ABS-Prozesse

Konfliktsimulationen und ABS-Prozesse ermöglichen es, Konflikte bereits vor einer Berechtigungsänderung zu erkennen.

Ziel ist eine Funktionstrennung, die zur tatsächlichen Organisation passt, fachlich nachvollziehbar ist und sich dauerhaft betreiben lässt.

Funktionstrennung belastbar aufstellen

Ob Readiness-Analyse, Rollenmodell, SoD-Matrix oder Konfliktsimulation: Der Bereich Risiken & Compliance der WG-DATA begleitet Sie bei der Funktionstrennung im Berechtigungsmanagement, passend zu Ihrer Ausgangssituation und Ihrer Organisation.


FAQs ▼

Funktionstrennung (Segregation of Duties, kurz SoD) trennt unvereinbare Tätigkeiten organisatorisch und technisch. Sie stellt sicher, dass bestimmte Aufgaben und Verantwortlichkeiten nicht bei einer einzigen Person zusammenkommen. Ein Rollenmodell legt fest, welche Berechtigungen eine Funktion benötigt. SoD ergänzt es um die Frage, welche Aufgaben eine Person gleichzeitig übernehmen darf. Typische Beispiele aus der MaRisk sind die Trennung von Markt und Marktfolge sowie von Handel und Abwicklung.

Die Umsetzung beginnt bei den Aufgaben und Prozessen, nicht bei der Konfliktdatenbank. Im Kreditprozess initiiert und begleitet beispielsweise eine Funktion ein Geschäft, während eine andere die unabhängige Bewertung oder Kontrolle übernimmt. Diese Trennung muss sich im Rollenmodell und in den Berechtigungen widerspiegeln. Im ersten Schritt lohnt ein Blick auf die bestehenden Strukturen: Passen die Berechtigungsprofile noch zu den Aufgaben? Gibt es historisch gewachsene Sonderrechte ohne aktuellen Anlass? Sind Vertretungen nur für den nötigen Zeitraum eingerichtet?

SoD-Kategorien verbinden fachliche Aufgaben mit der technischen Konfliktprüfung. Im Fokus steht die fachliche Verantwortung, nicht das einzelne Recht. Die SoD-Matrix legt fest, welche Kategorien miteinander vereinbar sind und welche getrennt werden müssen. Treffen bei einer Person unvereinbare Kategorien zusammen, entsteht ein Konflikt. Eine Standardmatrix bietet eine gute Grundlage, sollte aber an die Organisation angepasst werden, etwa im Handel durch die Unterscheidung von Eigen- und Kundengeschäft. Anpassungen müssen fachlich begründet und dokumentiert sein.

Ein SoD-Konflikt ist nicht automatisch ein Regelverstoß. Er zeigt, dass potenziell unvereinbare Verantwortlichkeiten zusammenkommen, und muss fachlich bewertet werden. Bewährt hat sich eine feste Reihenfolge: Zuerst werden Datenqualität und Kategorisierung geprüft, danach wird die Ursache nachvollzogen. Anschließend wird eine organisatorische oder berechtigungsseitige Auflösung geprüft. Erst danach werden das verbleibende Risiko bewertet und notwendige Kontrollen festgelegt. Konflikte sollen möglichst gelöst statt dauerhaft verwaltet werden.

Die SoD-Konfliktprüfung in OSPlus erkennt Konflikte, bevor eine Berechtigung geändert wird. Innerhalb der vorgesehenen ABS-Prozesse prüft sie, ob durch die Änderung ein Konflikt mit der institutsindividuellen SoD-Matrix entstehen würde. Das bringt im Sparkassenumfeld besonderen Nutzen. Voraussetzung sind belastbare Grundlagen: Rollenmodell, Berechtigungsprofile, SoD-Kategorien und Matrix müssen zuerst stehen. Die technische Prüfung folgt danach.

Funktionstrennung bleibt wirksam, wenn sie als dauerhafte Steuerungsaufgabe im Berechtigungsmanagement verankert wird. SoD endet nicht mit der Einführung einer Matrix, denn Rollen, Prozesse und Berechtigungen verändern sich. Die WG-DATA unterstützt abhängig von der Ausgangssituation, von der Readiness-Analyse über Rollenmodelle, Berechtigungsprofile und SoD-Matrix bis zu Konfliktsimulationen und ABS-Prozessen. Ziel ist eine Funktionstrennung, die zur tatsächlichen Organisation passt, fachlich nachvollziehbar ist und sich dauerhaft betreiben lässt.