„Das Umfeld des Finanzsektors ist geprägt von geopolitischen Umbrüchen und fortschreitender Digitalisierung. Robuste Resilienz und konsequente Risikovorsorge bleiben daher erforderlich. … Die zunehmende Digitalisierung steigert zudem nicht nur die operativen Risiken, die aus internen Prozessen, Systemen oder menschlichem Versagen resultieren, sondern auch die Gefahr von Missbrauch.“
Mit diesem Vorwort aus dem am 28.01.2026 veröffentlichten „Risiken im Fokus der BaFin 2026“[1] unterstreicht der Präsident der BaFin unsere bereits Anfang Januar 2026 dargelegten Punkte zur Notwendigkeit und zum Mehrwert eines bedarfsgerechten, ganzheitlichen Risikomanagements. Gleichzeitig greift er – in Anlehnung an die Prioritäten der EZB – einen zentralen Trend auf, der hierfür von besonderer Bedeutung ist:
Geopolitische Umbrüche
Das Risiko geopolitischer Umbrüche zeigt sich besonders in den folgenden beispielhaften Treibern:
- Die Zunahme geopolitischer Spannungen weltweit führt zu erhöhter Unsicherheit und Vertrauensverlust in Politik, Realwirtschaft und Finanzmärkte.
- Konflikte belasten Staatshaushalte und werfen Fragen zur Schuldentragfähigkeit auf.
- Geopolitische Umbrüche erschweren die Bewertung von Vermögenswerten, insbesondere illiquider Assets wie Immobilien, Private Equity oder Schwellenländeranleihen.
- Konflikte verlagern sich zunehmend in den Cyber-Raum, wodurch Sabotagerisiken und staatlich gesteuerte Cyber-Angriffe an Bedeutung gewinnen.
- Zunehmende Digitalisierung, Vernetzung und Auslagerung kritischer Systeme und Daten verdeutlichen die Notwendigkeit robuster IKT-Resilienz.
Die Entwicklungen schaffen neue Anforderungen, die weit über reine IT-Stabilität hinausgehen. Institute müssen heute verstehen, wie geopolitische Schocks Prozesse, Modelle, Datenflüsse und Governance beeinflussen. An dieser Stelle zeigt sich, wie wertvoll ein ganzheitlicher Ansatz im Risikomanagement ist.
DORA und inverser Stresstest: Mehr Kür als Pflicht
Die Umsetzung von DORA wird zunehmend von regulatorischer Pflicht zu einer Chance, Prozesse zu optimieren und Mehrwert zu schaffen. Auch der für 2026 angekündigte inverse Stresstest entwickelt sich weg von der akademischen Übung hin zum „New Normal“.
Dieses „New Normal“ macht deutlich: Klassische Risikoquantifizierungs-Ansätze auf Basis historischer Daten bleiben wichtig, reichen aber nicht mehr aus, um Risiken zukunftsgerichtet zu bewerten, zu steuern und zu beurteilen.
Methoden, Systeme und vor allem Risikomanager müssen agiler, vernetzter, dynamischer und technologiegestützter arbeiten. Bedarfsorientierte Fokussierung und Flexibilität werden damit wirksamer als hochgranulare Komplexität.
Von Disruption zur Evolution
Mit unserem modularen Ansatz auf Basis bestehender Ressourcen sowie durch iterative Optimierung und Integration wird aus vermeintlicher Disruption eine wertschöpfende Evolution.
Das reduziert nicht nur potenzielle Risiko- und regulatorische Zusatzbelastungen, sondern eröffnet neue Chancen: intrinsisch, indem Risikomanagement an Attraktivität gewinnt, und extrinsisch, indem sich veränderungsbedingte Gelegenheiten gezielt nutzen lassen.
Fit and Proper in 25 Tagen
Mit unserem Konsistenz-Health Check erhalten Sie einen klar strukturierten Einstieg in die Weiterentwicklung Ihres Risikomanagements. Der Check bewertet Ihr Risikomanagement umfassend, sowohl aus qualitativer als auch aus quantitativer Perspektive, und richtet den Fokus dabei auf drei zentrale Kernmodule:
ARisikoinventur
Die Risikoinventur bildet den Ausgangspunkt für den Health Check, um Risikokategorien des operationellen Risikos einheitlich zu handhaben und eine Doppelbearbeitung bis zum Risikobericht zu verhindern.
BRisikoszenarien
Wir prüfen die methodischen Vorgaben zur Bewertung der Risikoszenarien in den Fachbereichen. Anschließend erfassen wir die bestehenden Risikoszenarien und analysieren die Bewertung der einzelnen Szenarien, um ein konsistentes und belastbares Bild der Risikolage zu erhalten.
CModellrisiken
Im Fokus steht die ganzheitliche Betrachtung bisher vernachlässigter Risikoarten sowie der übergreifende Blick auf Prozesse, Methoden und Daten. Dabei prüfen wir die Konsistenz der Daten von den Modellen bis zum Reporting und über unterschiedliche Steuerungsansätze und -kreise hinweg, um ein belastbares und einheitliches Risikomanagement sicherzustellen.
Die Ergebnisse werden von uns in einer Maßnahmen Heatmap gebündelt.
Das erleichtert den Einstieg, da für Sie sofort sichtbar wird:
– Wo liegen Quick Wins?
– Welche Themen benötigen strukturelle Anpassungen?
– Welche Entwicklungen wirken langfristig auf die Banksteuerung?
Institute, die diesen Weg gehen, gewinnen nicht nur Transparenz. Sie schaffen Entscheidungsgrundlagen, die sowohl regulatorisch als auch operativ Bestand haben.
Unser erfahrenes Expertenteam begleitet Sie gerne bei der Umsetzung, Kommunikation und Coaching bis hin zur ganzheitlich optimierten Banksteuerung.
Fazit: Ihre Chance für nachhaltige Resilienz
Die Entwicklungen zeigen: Geopolitische Unsicherheiten, steigende operationelle Risiken und neue regulatorische Anforderungen stellen Institute nicht nur vor Herausforderungen – sie bieten vor allem die Chance, die eigene Widerstandsfähigkeit aktiv zu stärken.
Wer heute auf ein konsistentes, modular aufgebautes und integriertes Risikomanagement setzt, schafft nicht nur Transparenz und Stabilität, sondern gewinnt gleichzeitig echte Gestaltungsfreiheit für die Zukunft.
Mit unserem pragmatischen, ressourceneffizienten und auf Ihre Situation zugeschnittenen Health Check sind wir Ihr idealer Partner und begleiten Sie auf dem Weg von punktueller Risikoanalyse zu einer belastbaren, zukunftsorientierten Banksteuerung.
Sprechen Sie uns an!
Ihr Ansprechpartner
Sven Petersen
Partner
Banksteuerung und Finanzanalyse
sven.petersen@wg-data.de
FAQs
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Was versteht man unter dem Begriff ganzheitlichem Risikomanagement?
Ganzheitliches Risikomanagement bezeichnet einen integrierten Ansatz, der qualitative und quantitative Risikoaspekte vereint, Prozesse, Systeme und Daten über Silos hinweg verbindet und konsistente Risikowerte, Szenarien und Berichte sicherstellt, um regulatorische und operative Herausforderungen systematisch zu steuern und Resilienz aufzubauen.
Welche Risiken werden durch geopolitische Umbrüche zunehmend relevant?
Geopolitische Umbrüche verstärken Unsicherheiten in Finanzmärkten, belasten Staatshaushalte, erschweren Bewertungen illiquider Vermögenswerte und erhöhen Cyber- und Sabotagerisiken, was robuste Risikosteuerung und IKT-Resilienz erfordert.
Wie hilft der Konsistenz-Health Check beim Risikomanagement?
Der Konsistenz-Health Check bewertet qualitative und quantitative Risikostrukturen, prüft Risikoinventur, Szenarien und Modellrisiken. Ergebnisse werden in einer Maßnahmen-Heatmap dargestellt, wodurch Quick Wins, strukturelle Anpassungen und langfristige Auswirkungen auf die Banksteuerung transparent werden.
Welche regulatorischen Anforderungen beeinflussen das Risikomanagement 2026?
Basel III/IV, MaRisk und DORA sind zentrale regulatorische Anforderungen, die verstärkt qualitative Aspekte und die Angemessenheit interner Risikosteuerung betonen und damit den Bedarf an einem konsistenten, integrierten Risikomanagement erhöhen.
Warum ist ein isoliertes Risikomanagement riskant?
Isolierte Risikobewertungen in einzelnen Bereichen führen zu Inkonsistenzen, höherer Komplexität, unnötigen Compliance-Kosten, potenziellen SREP-Zuschlägen und Bußgeldern, da Risiken nur fragmentiert sichtbar sind und systemische Wechselwirkungen unberücksichtigt bleiben.
Warum sind geopolitische Umbrüche für Finanzinstitute riskant?
Geopolitische Umbrüche erhöhen Unsicherheit, belasten Staatshaushalte und erschweren die Bewertung illiquider Vermögenswerte. Sie verlagern Konflikte in den Cyber-Raum und steigern die Gefahr von Sabotage und Cyberangriffen. Institute müssen deshalb Prozesse, Modelle und Daten resilient gestalten, um operative und finanzielle Risiken zu minimieren.
Welche Vorteile bietet ein modularer Ansatz im Risikomanagement?
Ein modularer Ansatz erlaubt iterative Optimierung bestehender Ressourcen, reduziert regulatorische Zusatzbelastungen und schafft Transparenz. Er ermöglicht eine flexible Anpassung an Veränderungen, steigert die Attraktivität des Risikomanagements und eröffnet Chancen für strategische Entscheidungen.
Was ist der Zweck eines inversen Stresstests bei Finanzinstituten?
Ein inverser Stresstest prüft, wie sich ein Institut unter extremen, zukunftsgerichteten Szenarien verhält. Ziel ist, Risiken frühzeitig zu erkennen, regulatorische Anforderungen zu erfüllen und die Widerstandsfähigkeit gegen geopolitische oder marktbedingte Schocks zu erhöhen.
[1] https://www.bafin.de/DE/Aufsicht/Fokusrisiken/Fokusrisiken_2026/fokusrisiken_2026_node.html